Aloe Vera hat vier INCI-Namen: den richtigen auswählen
Aloe Barbadensis Leaf Juice, Extract, Powder und Water sind auf einem Etikett nicht austauschbar. So erkennst du, welche Form du tatsächlich verwendest.
Jemand drückt dir einen Kanister „Aloe Vera" von einem Lieferanten in die Hand und fragt, was aufs Etikett soll. Dieses eine Wort deckt mindestens vier unterschiedliche INCI-Einträge ab, und die falsche Wahl bedeutet, dass dein Etikett nicht mit dem übereinstimmt, was tatsächlich in der Flasche ist.
Warum eine Pflanze vier Namen hat
INCI-Namen beschreiben die Verarbeitungsform, nicht nur die pflanzliche Herkunft. Aloe barbadensis miller (die gängige Aloe-Vera-Art) kann auf mehrere unterschiedliche Arten zu kosmetischen Rohstoffen verarbeitet werden, und jeder Verarbeitungsweg erhält eine eigene INCI-Bezeichnung, weil das resultierende Material sich anders verhält und anders zusammengesetzt ist.
Die vier, auf die du am häufigsten triffst:
| INCI-Name | Was es ist | Typische Konzentration im Rohstoff |
|---|---|---|
| Aloe Barbadensis Leaf Juice | Der gepresste oder ausgepresste Saft aus dem Blatt, oft stabilisiert, kommt der „ganzen Pflanze" als Flüssigkeit am nächsten | Wird oft in voller oder nahezu voller Stärke geliefert, manchmal verdünnt |
| Aloe Barbadensis Leaf Extract | Saft oder Gel, weiterverarbeitet, oft konzentriert oder lösungsmittelextrahiert | Variiert stark je nach Lieferantenkonzentration |
| Aloe Barbadensis Leaf Powder | Saft, der getrocknet und zu Pulver vermahlen wurde | Wird je nach Formel rekonstituiert oder direkt verwendet |
| Aloe Barbadensis Leaf Water | Ein verdünnteres, wasserähnliches Aloe-Destillat oder eine Zubereitung im Hydrolat-Stil | Meist niedrigere Wirkstoffkonzentration, wird wie ein Hydrolat verwendet |
Beachte die Logik der Benennung: „Juice" und „Extract" gehen beide vom selben Pflanzenteil aus, unterscheiden sich aber in der Verarbeitungsintensität. „Powder" beschreibt die physische Form nach dem Trocknen. „Water" signalisiert in der Regel ein verdünnteres Produkt im Destillat-Stil. Keiner dieser vier Namen ist einfach „richtiger" als die anderen, sie beschreiben unterschiedliche Rohstoffe.
Warum das für deine Meldung wichtig ist
Wenn du ein Produkt meldest, listest du Inhaltsstoffe mit ihrem INCI-Namen auf. Wenn das Analysezertifikat deines Lieferanten „Aloe Barbadensis Leaf Juice" angibt, dein Etikett aber „Aloe Vera Extract" sagt, gibt es eine Diskrepanz zwischen dem, was du deklarierst, und dem, was tatsächlich als in deiner Formel enthalten dokumentiert ist. Das klingt nach einem kleinen Formulierungsunterschied, aber ein Compliance-Prüfer oder eine Behörde, die deine Meldung mit deinem Etikett abgleicht, will, dass beides exakt übereinstimmt.
Die praktische Lösung: Hol den INCI-Namen immer direkt aus der Lieferantendokumentation, nicht aus dem Marketingnamen auf dem Kanister oder der informellen Bezeichnung, die du in deinen Rezeptnotizen immer verwendet hast. Wenn dein Lieferant dir nur einen Handelsnamen wie „Organic Aloe Concentrate" nennt, frag direkt nach der INCI-Bezeichnung. Ein seriöser Rohstofflieferant sollte das auf einem Datenblatt oder Analysezertifikat vorliegen haben, ohne dass du hinterherlaufen musst.
Wenn „Aloe-Vera-Gel" in deinen Rezeptnotizen übersetzt werden muss
Viele Hersteller schreiben Rezepte beiläufig, „2 oz Aloe-Vera-Gel", ohne festzuhalten, welche INCI-Form dieses Gel tatsächlich ist. Bevor du einreichst, geh zurück zur Ursprungsdokumentation für die konkrete Charge des Rohstoffs und bestätige den genauen INCI-Wortlaut. Das ist auch ein guter Moment, um die Konzentration zu prüfen, denn Juice-, Extract-, Powder- und Water-Formen werden nicht in denselben Prozentsätzen eingesetzt, und ein falsch verdünntes Pulver verändert die tatsächliche Konzentration an aktivem Pflanzenmaterial in deinem Fertigprodukt.
Eine Anmerkung zu CAS-Nummern hier
Botanische Extrakte wie Aloe haben oft keine einzelne saubere CAS-Nummer wie ein synthetischer Inhaltsstoff, etwa ein Emulgator. Manche botanischen Materialien haben überhaupt keine CAS-Nummer, oder es ist eine Nummer zugeordnet, die sich auf das allgemeine Pflanzenmaterial bezieht statt auf die spezifische verarbeitete Form. Lass dich nicht beunruhigen, wenn die Dokumentation deines Lieferanten keine CAS-Nummer für einen Aloe-Inhaltsstoff enthält. Das ist bei vielen pflanzlichen Materialien normal, und der INCI-Name ist es, der in deiner Meldung das regulatorische Gewicht trägt.
Konsistenz über deine gesamte Produktlinie hinweg
Wenn du Aloe in mehreren Produkten verwendest, ist eine einzige Referenznotiz in deinen Formelunterlagen eine gute Gewohnheit: welche INCI-Form du verwendest, welcher Lieferant und der Konzentrationsbereich, mit dem du üblicherweise arbeitest. So musst du beim Einreichen eines neuen Produkts oder beim Ändern eines alten nicht jedes Mal den korrekten INCI-Wortlaut neu herleiten.
Der Inhaltsstoff-Abgleich von Cosmetic Comply markiert genau diese Art von Diskrepanz zwischen einem beiläufigen Inhaltsstoffnamen und seiner korrekten INCI-Bezeichnung, bevor deine Meldung rausgeht. Das fängt die Aloe-Verwechslung ab, zusammen mit einer Handvoll anderer Pflanzenstoffe, die dasselbe Mehrfachnamen-Problem haben.
Schicken Sie uns Ihre Inhaltsstoffe, den Rest übernehmen wir
Ein kurzes Aufnahmeformular genügt, um loszulegen. Jeder Inhaltsstoff wird gegen die Verbots- und Beschränkungslisten Ihres Marktes geprüft, anschließend reichen wir Ihre Meldung ein und Sie erhalten eine Nummer, mit der Sie den Status verfolgen können.
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