Duftstoffallergene

Cinnamal und Cinnamylalkohol: Die Zimt-Allergene

Cinnamal und Cinnamylalkohol gehören zu den reaktivsten Duftstoffallergenen, und zimtduftende Produkte enthalten oft beide, ohne dass Herstellerinnen und Hersteller es merken.

The Compliance Desk4 Min. Lesezeit

Alles mit Zimtduft, Seife, Lippenbalsam, Weihnachtskerzen, riecht meist unglaublich und verursacht einen unverhältnismäßig großen Anteil an Hautreaktionen. Wenn du dich je gefragt hast, warum Zimt in Allergenwarnungen so viel häufiger auftaucht als etwa Lavendel, liegt das an zwei spezifischen Verbindungen: Cinnamal und Cinnamylalkohol. Sie sind eng verwandt, beide gelten wirklich als starke Sensibilisatoren, und viele Herstellerinnen und Hersteller, die Zimtrinden- oder Cassiaöl verwenden, merken nicht, dass sie damit beide auf einmal einführen.

Zwei verwandte, aber unterschiedliche Verbindungen

Cinnamal (auch Zimtaldehyd genannt) ist die Verbindung, die größtenteils für den charakteristischen Geruch und Geschmack von Zimt verantwortlich ist. Cinnamylalkohol ist chemisch verwandt, aber eigenständig, kommt in Zimtrindenöl zusammen mit Cinnamal vor und taucht auch in manchen synthetischen Duftstoffkompositionen auf, die zimtige, balsamische oder würzige Noten erzeugen, ganz ohne das natürliche ätherische Öl zu verwenden.

Weil sie chemisch verwandt sind und häufig zusammen natürlich vorkommen, nehmen Formulierende manchmal an, dass die Offenlegung des einen den anderen mit abdeckt. Das stimmt nicht. Wenn dein Duftstoff-Blend oder ätherisches Öl beide enthält, müssen beide unabhängig voneinander bewertet und gegen die jeweiligen Konzentrationsschwellen deines Marktes offengelegt werden.

Warum sie als starke Sensibilisatoren gelten

Beide Verbindungen sind in der dermatologischen und duftstoffsicherheitsbezogenen Fachliteratur weithin als zu den potenteren Hautsensibilisatoren unter den natürlichen Duftstoffen zählend anerkannt. Das ist kein Randthema, es ist ein großer Grund, warum Zimtrindenöl von Duftstoffsicherheitsgremien klare Nutzungsvorgaben erhält, und warum es in Patch-Test-Panels für Menschen mit bekannten Duftstoffempfindlichkeiten überproportional häufig auftaucht.

Praktisch bedeutet das:

  • Ätherisches Zimtrindenöl wird in Leave-on-Produkten tendenziell in sehr niedrigen Prozentsätzen eingesetzt, oft unter einem halben Prozent der gesamten Duftstoffmenge, und manchmal in Leave-on-Formeln ganz vermieden zugunsten von Zimtblattöl, das ein sanfteres Profil hat.
  • Produkte, die mit starken Zimtnoten beworben werden (weihnachtlich beworbene Seifen, Lippenprodukte, wärmende Massageöle), verdienen zusätzliche Aufmerksamkeit bei der gesamten Allergenlast, nicht nur bei der Hauptduftverbindung.

Wo Offenlegungsschwellen ins Spiel kommen

Die Offenlegung von Duftstoffallergenen ist nicht nur 'nice to know', sie wird in immer mehr Märkten zur harten Etiketten- und Meldeanforderung. In Kanada zum Beispiel wird der Rahmen zur Duftstoffallergen-Offenlegung in zwei Phasen eingeführt: Liste 1 wird am 12. April 2026 auf dem Cosmetic Notification Form und dem Etikett verpflichtend, und Liste 2, eine erweiterte Liste, die an internationale Listen angeglichen ist, wird am 1. August 2026 verpflichtend. Die Offenlegungsschwellen greifen ab 0,001 % (10 ppm) in Leave-on-Produkten und ab 0,01 % (100 ppm) in Rinse-off-Produkten, niedrige Schwellen, die viele natürlich gewonnene Duftstoffe überschreiten, ohne dass es jemand beabsichtigt hat.

Cinnamal und Cinnamylalkohol gehören beide zu den häufig genannten Allergenen, die unter diesen Listen erfasst werden, neben anderen wie Limonene, Linalool, Citronellol, Geraniol, Eugenol und Coumarin, die alle natürlich in einer Vielzahl ätherischer Öle vorkommen, nicht nur in synthetischen Duftstoffen.

Die Rechnung für deine eigene Formel

Wenn du Zimtrindenöl direkt verwendest (nicht ein vorgemischtes Duftöl), gehst du bei der Offenlegung ungefähr so vor:

  1. Besorg dir die tatsächliche Zusammensetzungsaufschlüsselung deiner Zimtrindenöl-Charge. Natürliche Öle variieren je nach Ernte und Lieferant, sodass der Cinnamal-Gehalt von Charge zu Charge deutlich schwanken kann.
  2. Multipliziere den Einsatzprozentsatz des ätherischen Öls in deiner fertigen Formel mit dem ungefähren Cinnamal- (und Cinnamylalkohol-) Gehalt des Öls selbst.
  3. Vergleiche den resultierenden Prozentsatz mit der Leave-on- oder Rinse-off-Schwelle deines Marktes.
  4. Wenn du nahe an der Grenze liegst, behandle es, als läge es darüber. Die Zusammensetzungsdaten der Lieferanten sind nicht perfekt genau, und bei einer so reaktiven Verbindung ist zu deinen Gunsten aufzurunden nicht der richtige Ort.

Eine kurze Übersicht

Verbindung Häufige Quelle Typischer Produktkontext Sensibilisierungsreputation
Cinnamal (Zimtaldehyd) Zimtrindenöl, Cassiaöl Duftstoff, Aroma Stark, gut dokumentiert
Cinnamylalkohol Zimtrindenöl, manche synthetische Duftstoffbasen Duftstoff Stark, verwandtes Profil zu Cinnamal

Wo das in deine größere Meldung einfließt

Die Allergenrechnung für einen einzelnen Inhaltsstoff von Hand richtig hinzubekommen ist machbar. Sie über ein gesamtes Duftstoff-Blend, mehrere ätherische Öle und einen proprietären Duftkomplex eines Lieferanten hinweg zu erledigen wird schnell fehleranfällig, besonders mit zwei anstehenden verpflichtenden Offenlegungsphasen zusätzlich zu deiner bestehenden Formularbeit. Cosmetic Comply prüft deine gesamte Zutatenliste automatisch gegen die relevanten Allergenschwellen, markiert alles, was nahe an der Leave-on- oder Rinse-off-Grenze liegt, und trägt das direkt in deine Meldung ein, damit zimtbetonte Produkte nicht später still und heimlich zur Compliance-Lücke werden.

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