Cetyl Alcohol: Der Verdicker mit einer einzigen Fettalkoholkette
Cetyl Alcohol erklärt: INCI-Name, CAS 36653-82-4, seine Rolle als Verdicker und warum es nicht dasselbe ist wie Cetearyl Alcohol.
Zwei Zutaten werden in Formulierungsforen ständig verwechselt: Cetyl Alcohol und Cetearyl Alcohol. Sie klingen fast identisch, tauchen in vielen denselben Produkttypen auf, und etliche Hersteller verwenden die Namen synonym, ohne zu merken, dass es sich um zwei unterschiedliche Stoffe mit zwei unterschiedlichen CAS-Nummern handelt. Das lohnt sich zu klären, bevor es zu Kopfschmerzen bei der Kennzeichnung führt.
Was Cetyl Alcohol eigentlich ist
Cetyl Alcohol ist ein Fettalkohol, der aus einer einzigen, einheitlichen Kette mit 16 Kohlenstoffatomen aufgebaut ist. Sein INCI-Name lautet schlicht Cetyl Alcohol, seine CAS-Nummer ist 36653-82-4. Trotz des Worts „Alcohol" im Namen verhält er sich in keiner Weise wie Ethanol. Bei Raumtemperatur ist er ein wachsartiger, weißer Feststoff, wasserunlöslich, und er hat nicht den austrocknenden oder entfettenden Effekt, den man gemeinhin mit Alkohol auf der Haut verbindet. Das ist einer der häufigsten Irrtümer bei Verbrauchern, dem Hersteller vorbeugen müssen: Das „Alcohol" in Cetyl Alcohol bezeichnet eine chemische Stoffklasse (ein Molekül mit einer Hydroxylgruppe), nicht ein Signal dafür, dass die Zutat die Haut austrocknet wie Isopropylalkohol oder denaturierter Alkohol.
Cetyl Alcohol im Vergleich zu Cetearyl Alcohol
Das ist der Unterschied, auf den es ankommt:
- Cetyl Alcohol ist ein einzelner, klar definierter Fettalkohol mit 16 Kohlenstoffatomen (CAS 36653-82-4).
- Cetearyl Alcohol ist eine Mischung aus Cetyl Alcohol (16 Kohlenstoffatome) und Stearyl Alcohol (18 Kohlenstoffatome), typischerweise in unterschiedlichen Verhältnissen je nach Lieferant. Es hat eine eigene, separate INCI-Bezeichnung und eine eigene CAS-Registrierung, getrennt von den einzelnen Bestandteilen.
Wenn Ihre Formel Cetearyl Alcohol verwendet, führen Sie es in der Zutatendeklaration als Cetearyl Alcohol auf, nicht als „Cetyl Alcohol" und nicht aufgeteilt in seine beiden Bestandteile. Umgekehrt gilt: Wenn das Datenblatt Ihres Lieferanten für eine „verdickende Wachsmischung" stillschweigend Cetearyl Alcohol anstelle des in Ihrer ursprünglichen Formel vorgesehenen reinen Cetyl Alcohol einsetzt, verändert sich Ihre fertige Textur leicht, und Ihre Zutatenliste muss widerspiegeln, welchen Stoff Sie tatsächlich verwendet haben. Das ist eine häufige Ursache für Formel-Abweichungen, wenn man auf Basis „ähnlicher" Rohstoffe umformuliert, ohne die INCI-Deklaration entsprechend zu aktualisieren.
Welche Funktion es in einer Formel hat
Cetyl Alcohol taucht aus mehreren, sich überschneidenden Gründen in Cremes, Lotionen, Conditionern und manchen Lippenprodukten auf:
- Viskositätsaufbau. Es verdickt die Ölphase einer Emulsion und verleiht Lotionen ein reichhaltigeres, weniger wässriges Gefühl.
- Unterstützung als Co-Emulgator. Für sich genommen ist es normalerweise kein primärer Emulgator, aber in Kombination mit einem echten Emulgatorsystem stabilisiert es Emulsionen und hilft, eine Phasentrennung über die Haltbarkeitsdauer des Produkts hinweg zu verhindern.
- Rückfettende Wirkung. Es hinterlässt ein leichtes, nicht fettendes Weichheitsgefühl auf der Haut, weshalb es in Conditionern und Body-Lotionen so verbreitet ist.
- Trübende Wirkung. In klaren oder durchscheinenden Basen sorgt die Zugabe von Cetyl Alcohol in der Regel für ein undurchsichtiges, cremiges Erscheinungsbild.
Typische Einsatzmengen
Die meisten Formulierer arbeiten je nach gewünschter Dicke mit Cetyl Alcohol im Bereich von etwa 1 bis 5 Prozent, wobei Haarconditioner manchmal am oberen Ende dieser Spanne liegen, um Geschmeidigkeit und ein leichteres Entwirren zu erreichen. Das sind allgemeine Formulierungsnormen, keine regulatorischen Obergrenzen. Cetyl Alcohol unterliegt derzeit keiner Beschränkung durch die Hotlist von Health Canada, wie das bei manchen Konservierungsstoffen oder UV-Filtern der Fall ist. Formulierer sollten aber vor Abschluss einer Formel stets die aktuelle Hotlist und jede marktspezifische Beschränkungsliste prüfen, da diese Listen regelmäßig aktualisiert werden.
Wie es auf Ihrem CNF oder Ihrer Zutatendeklaration erscheint
| Detail | Wert |
|---|---|
| INCI-Name | Cetyl Alcohol |
| CAS-Nummer | 36653-82-4 |
| Typische Funktion | Verdicker, Co-Emulgator, rückfettender Stoff |
| Typische Einsatzmenge | Etwa 1 bis 5 % |
| Bekannte Konzentrationsgrenze | Derzeit keine auf der Hotlist von Kanada; aktuellen Status prüfen |
Wenn Sie in Kanada ein Cosmetic Notification Form einreichen, wird Cetyl Alcohol unter seinem INCI-Namen mit der tatsächlichen Konzentration in Ihrer Formel oder der passenden Konzentrationsspanne aufgeführt. Enthält Ihr Produkt zusätzlich Cetearyl Alcohol als separaten Rohstoff, brauchen beide ihren eigenen Eintrag. Fassen Sie sie nicht zu einem zusammen, nur weil sie sich ähnlich verhalten.
Die wichtigere Gewohnheit, die sich lohnt
Dieses Problem fast identischer Bezeichnungen findet sich überall in der Kosmetikchemie, nicht nur bei Fettalkoholen. Sodium PCA gegenüber PCA, Tocopherol gegenüber Tocopheryl Acetate, Panthenol gegenüber der Marketingsprache „Pro-Vitamin B5". Wer sich angewöhnt, jeden Rohstoff konsequent auf seinen genauen INCI-Namen und seine CAS-Nummer zurückzuführen, statt sich auf den Produktnamen eines Lieferanten oder die Abkürzung eines Formulierungsblogs zu verlassen, erspart sich später fehlerhafte Anmeldungen. Tools wie Cosmetic Comply sind genau um diesen Schritt herum gebaut: Sie nehmen Ihre Zutatenliste, lösen jeden Eintrag zum korrekten INCI und CAS auf und markieren alles, was vor einer Anmeldung noch einmal geprüft werden sollte.
Schicken Sie uns Ihre Inhaltsstoffe, den Rest übernehmen wir
Ein kurzes Aufnahmeformular genügt, um loszulegen. Jeder Inhaltsstoff wird gegen die Verbots- und Beschränkungslisten Ihres Marktes geprüft, anschließend reichen wir Ihre Meldung ein und Sie erhalten eine Nummer, mit der Sie den Status verfolgen können.
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