BHA-Grenzwerte bei Leave-on-Produkten und warum sie sich von AHA unterscheiden
Warum Salicylsäure und Glykolsäure unter unterschiedlichen Konzentrationsobergrenzen stehen, und wie man vermeidet, die falsche anzuwenden.
Salicylsäure und Glykolsäure werden in Marketingtexten ständig in einen Topf geworfen, "exfolierende Säuren", als wären sie eine einzige Kategorie mit einer einzigen Regel. Chemisch handelt es sich um unterschiedliche Verbindungsklassen (Beta-Hydroxysäure gegenüber Alpha-Hydroxysäure), und sie beim Prüfen von Konzentrationsgrenzen als austauschbar zu behandeln, führt genau dazu, dass eine Formel am Ende gegen die völlig falsche Obergrenze geprüft wird.
Sie gehören nicht zur selben Säurefamilie
Salicylsäure ist die in der Kosmetik am häufigsten verwendete BHA (Beta-Hydroxysäure). Glykolsäure und Milchsäure sind AHAs (Alpha-Hydroxysäuren). Der Unterschied zwischen "Beta" und "Alpha" ist keine reine Namensspielerei, er spiegelt einen echten strukturellen Unterschied darin wider, wo die Hydroxylgruppe relativ zur Carbonsäuregruppe sitzt, und dieser strukturelle Unterschied ist mit ein Grund, warum Regulierungsbehörden und Sicherheitsbewertungen die beiden Kategorien getrennt behandeln statt als einen austauschbaren Topf "Säure-Exfoliant".
Warum die Grenzwerte unterschiedlich angewendet werden
Konzentrationsobergrenzen für Kosmetikinhaltsstoffe werden anhand des Sicherheits- und Einsatzprofils der jeweiligen Substanz festgelegt, nicht anhand einer allgemeinen Kategorie "Säure". Salicylsäure hat zudem eine eigene zusätzliche Besonderheit: Bei höheren Konzentrationen oder mit arzneimittelartigen Aussagen (wie Aussagen zur Aknebehandlung) kann sie von einem als Kosmetikinhaltsstoff regulierten Stoff zu einem als Arzneimittelinhaltsstoff behandelten Stoff wechseln, da Anti-Akne-Produkte typischerweise als Arzneimittel und nicht als Kosmetika reguliert werden. Das ist eine separate Überlegung gegenüber einer einfachen Konzentrationsobergrenze und eine, über die man leicht stolpert, wenn der eigene Marketingtext eine Akne-Aussage macht, ohne dass einem bewusst ist, dass diese Aussage die regulatorische Kategorie des gesamten Produkts verändert.
Glykolsäure und Milchsäure bergen diese Arzneimittel-Aussage-Falle nicht in gleicher Weise, da Aussagen zu Peeling und allgemeiner Hautpflege eher eindeutig kosmetisches Terrain sind, aber auch sie haben ihre eigenen spezifischen Konzentrationsüberlegungen, die an ihr eigenes Inhaltsstoffprofil gebunden sind.
Der Fehler, den es zu vermeiden gilt
Weil viele DIY- und Kleinserien-Formulierungsquellen über "AHA/BHA-Grenzwerte" sprechen, als gäbe es eine gemeinsame Zahl, ist es leicht, einen Grenzwert für Glykolsäure nachzuschlagen und anzunehmen, er gelte gleichermaßen für Salicylsäure, oder umgekehrt. Das tut er nicht. Die Einschränkung jedes Inhaltsstoffs, falls eine gilt, ist an den jeweiligen INCI-Eintrag auf der Hotlist gebunden, nicht an die breitere chemische Familie, zu der er gehört.
Eine praktische Methode, um das auseinanderzuhalten:
- Salicylsäure unter ihrem eigenen INCI-Namen und ihrer CAS-Nummer nachschlagen, getrennt von jeder AHA
- Glykolsäure, Milchsäure oder jede andere verwendete AHA auf dieselbe Weise einzeln nachschlagen
- Nie einen für eine Säure gefundenen Grenzwert auf eine andere Säure übertragen, nur weil beide als "Exfolianten" vermarktet werden
- Wenn dein Produkt zusammen mit Salicylsäure eine Anti-Akne- oder Unreinheiten-Behandlungsaussage macht, halte inne und überlege, ob du damit tatsächlich ein Arzneimittel statt eines Kosmetikprodukts geschaffen hast
Eine einfache Referenzstruktur
| Inhaltsstoff | INCI | Säureklasse | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Salicylsäure | Salicylic Acid | Beta-Hydroxysäure (BHA) | Anti-Akne-Aussagen, die das Produkt in die Arzneimittelkategorie verschieben |
| Glykolsäure | Glycolic Acid | Alpha-Hydroxysäure (AHA) | Eigenes spezifisches Konzentrationsprofil |
| Milchsäure | Lactic Acid | Alpha-Hydroxysäure (AHA) | Eigenes spezifisches Konzentrationsprofil |
Prüfe stets den aktuell geltenden spezifischen Grenzwert für die jeweils verwendete Säure direkt gegen die Hotlist oder die aktuelle regulatorische Quelle deines Marktes, denn genau solche numerischen Details werden aktualisiert und sollten nicht aus dem Gedächtnis oder einer allgemeinen "Säuren"-Tabelle irgendwo im Internet übernommen werden.
Aussagentexte verdienen eine eigene Prüfrunde
Lies unabhängig von der Konzentration deinen eigenen Produkttext so, wie es ein Regulierer tun würde. "Bekämpft Unreinheiten", "behandelt Akne" und ähnliche Formulierungen deuten auf eine Arzneimittelaussage hin, unabhängig davon, was das Etikett über die Produktart sagt. "Exfoliert", "glättet die Textur" und "unterstützt ein klareres Hautbild" bleiben im kosmetischen Bereich. Diese Unterscheidung ist besonders bei Salicylsäureprodukten wichtig, da dieser Inhaltsstoff am stärksten mit Akne-Behandlungsmarketing assoziiert wird.
Den richtigen Inhaltsstoff dem richtigen Grenzwert zuzuordnen und eine Aussage zu erkennen, die dein Produkt umklassifizieren könnte, ist genau die Prüfung, die Cosmetic Comply automatisch durchführt. Das Tool prüft jeden Inhaltsstoff anhand seiner spezifischen INCI-Identität gegen die Hotlist, nicht nach grober Kategorie, und markiert alles, was vor der Freigabe durch einen Prüfer eine genauere Betrachtung braucht.
Schicken Sie uns Ihre Inhaltsstoffe, den Rest übernehmen wir
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