Body Butter Meldungen und die Frage nach dem Konservierungsmittel bei wasserfreien Produkten
Warum eine wasserfreie, aufgeschlagene Body Butter anderen Konservierungslogiken folgt als eine Lotion, und wie man das auf einem CNF korrekt beschreibt.
Jemand fragt, warum bei der aufgeschlagenen Sheabutter kein Konservierungsmittel gelistet ist, und wer auch Lotionen herstellt, bekommt instinktiv ein ungutes Gefühl. Aber eine wasserfreie Body Butter folgt anderen Regeln als eine wasserbasierte Emulsion, und das CNF sollte diesen Unterschied ehrlich widerspiegeln, statt ein Konservierungsmittel dort hineinzuzwingen, wo die Formel keins braucht, oder das Thema ganz zu übergehen, wenn es doch nötig ist.
Was „wasserfrei" für die Meldung bedeutet
Wasserfrei bedeutet ohne Wasser. Eine klassische aufgeschlagene Body Butter aus Sheabutter, Kakaobutter und ein oder zwei Trägerölen, mit dem Mixer zu einer Textur aufgeschlagen, enthält überhaupt keine Wasserphase. Mikrobielles Wachstum braucht Wasser, um überhaupt in Gang zu kommen, deshalb hat ein wirklich wasserfreies Produkt ein deutlich geringeres Verderbsrisiko als eine Emulsion. Deshalb kommen viele feste Butter, Balsame und Ölmischungen ganz ohne Konservierungsmittel aus und bleiben lange stabil, besonders wenn sie während der Anwendung von Feuchtigkeit ferngehalten werden.
Das ist kein Schlupfloch und nichts, was man verstecken müsste. Auf dem CNF wird die Formel genau so gelistet, wie sie ist: die fetten Butter, die Öle, jeder Duftstoff, jeder Pflanzenextrakt, und kein Konservierungsmittel, weil schlicht nichts vorhanden ist, wovor eins schützen müsste. Health Canada verlangt nicht, eine Zutat hinzuzufügen, die dort nicht hingehört.
Wo Wasserfreiheit aufhört, wasserfrei zu sein
Das Problem taucht auf, sobald sich Wasser einschleicht, und das passiert häufiger, als man denkt:
- Aloe-Vera-Saft oder -Gel, das für ein leichteres Gefühl zugesetzt wird, bringt Wasser mit, weil die meisten Aloe-Produkte überwiegend aus Wasser bestehen, auch wenn sie als „Gel" vermarktet werden.
- Hydrolate (Rosenwasser, Hamamelis-Wasser) sind per Definition Wasser, mit dem INCI-Namen Aqua plus der jeweiligen Pflanze, aus der destilliert wurde.
- Pflanzenextrakte werden häufig in einem Glycerin- oder Wasserträger verkauft, und Glycerin allein unterstützt mikrobielles Wachstum nicht so wie Wasser, aber ein wassergestützter Extrakt bringt dennoch Wasser in die wasserfreie Butter.
- Verunreinigung durch Nutzer spielt ebenfalls eine Rolle. Eine Butter im weithalsigen Tiegel, in den Kunden wiederholt mit den Fingern hineingreifen, nimmt mit der Zeit Feuchtigkeit und Hautflora auf, was ein reales Risiko darstellt, selbst bei einer Formel, die auf dem Papier wasserfrei ist.
Taucht etwas davon im Rezept auf, ist das Produkt in der Regel nicht mehr wasserfrei, und die Konservierungsfrage stellt sich genauso wie bei einer Lotion.
Ein einfaches Entscheidungsschema
| Rezepturrealität | Konservierungsmittel nötig | Beschreibung im CNF |
|---|---|---|
| Nur Butter und Öle, keine Wasserquelle | In der Regel nein | Tatsächliche Zutaten listen, keine Zeile für Konservierungsmittel |
| Butter, Öle und wassergestützter Extrakt | Ja | Wassergehalt löst die übliche Konservierungslogik aus |
| Butter, Öle und Hydrolat | Ja | Hydrolat ist Wasser, entsprechend behandeln |
| Butter und Öle, verpackt im weithalsigen Tiegel | Trotzdem in Betracht ziehen | Kontaminationsrisiko durch Nutzung, auch ohne Wasser |
| Butter, Öle und Aloe-Gel (kein Saft) | Tatsächlichen Wassergehalt der Aloe prüfen | Viele „Gele" bestehen weiterhin überwiegend aus Wasser |
Korrekte Beschreibung im CNF
Die INCI-Liste selbst ändert sich nicht durch die Konservierungslogik. Jede Zutat wird weiterhin gelistet, von Butyrospermum Parkii Butter (Sheabutter) bis zu den Duftstoffkomponenten, jeweils mit Konzentration oder Konzentrationsspanne. Wo sich das auf die Meldung auswirkt, ist eigentlich die Frage, kein Konservierungsmittel zu erfinden, das nicht verwendet wird, und keins zu übergehen, das eigentlich nötig wäre. Fragt ein Prüfer oder eine Kundin einmal, warum bei einem wasserfreien Produkt kein Konservierungsmittel enthalten ist, sollte die ehrliche Antwort lauten „weil die Formel keine Wasserphase hat", nicht „daran haben wir nicht gedacht".
Bewegt sich eine Formel in einer Grauzone, etwa eine Butter mit einer Spur Aloe-Saft, lohnt es sich, den Wasseranteil tatsächlich auszurechnen, statt zu schätzen. Eine winzige Hydrolat-Zugabe mit 0,5 % Einsatz verhält sich ganz anders als eine mit 15 %.
Der Zutatenabgleich von Cosmetic Comply markiert wasserbeitragende Zutaten wie Hydrolate und wassergestützte Extrakte automatisch, sobald eine Formel eingegeben wird, sodass eine Aussage zur Wasserfreiheit gegen das tatsächliche Rezept geprüft wird, bevor die Meldung hinausgeht.
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