Verboten & Eingeschränkt

Nanomaterialien und wie die Hotlist sie behandelt

Die Partikelgröße kann verändern, wie die Cosmetic Ingredient Hotlist eine Substanz behandelt, und Titandioxid sowie Zinkoxid zeigen, warum die Größe genauso zählt wie die Chemie.

Diane R.4 Min. Lesezeit

Titandioxid taucht in einer enormen Bandbreite von Kosmetikprodukten auf, als weißes Pigment in Make-up, als Trübungsmittel in Lotionen und in mineralischen Sonnenschutzformulierungen. Aber ein und derselbe chemische Name kann zwei bedeutend unterschiedliche Materialien beschreiben, je nachdem, wie fein die Partikel gemahlen sind, und genau dort setzen die Regeln für Nanomaterialien an.

Gleicher INCI-Name, andere physische Form

Die INCI-Benennung identifiziert eine Substanz chemisch. Titanium Dioxide ist Titanium Dioxide, ob die Partikel wenige Mikrometer groß sind oder im Nanometerbereich liegen. Was sich im Nanomaßstab ändert, ist nicht die Chemie, sondern das physikalische Verhalten: kleinere Partikel haben im Verhältnis zu ihrer Masse enorm mehr Oberfläche, sie können Licht anders streuen und absorbieren, und je nach Produkttyp können sie anders mit der Haut wechselwirken oder anders eingeatmet werden als ihre konventionell großen Gegenstücke.

Weil sich das Sicherheitsprofil mit der Partikelgröße verschieben kann, selbst wenn die chemische Identität gleich bleibt, behandeln die Cosmetic Ingredient Hotlist und Health Canadas weiter gefasstes Regelwerk nanoskalige Formen als eigenständige Fragestellung gegenüber konventionellen Formen derselben Substanz. Das bedeutet, ein Formulierer kann nicht davon ausgehen, dass, weil "Titanium Dioxide" in einer Form als akzeptierter Inhaltsstoff geführt wird, automatisch jede Partikelgröße davon in Ordnung ist.

Warum Titandioxid und Zinkoxid die klassischen Beispiele sind

Beide sind gängige physikalische UV-Filter, geschätzt, weil sie auf der Hautoberfläche sitzen und UV-Licht streuen oder reflektieren, statt es chemisch zu absorbieren. In ihrer konventionellen, größeren Partikelform hinterlassen sie tendenziell einen sichtbaren weißen Schleier, weshalb Kosmetikchemiker zu kleineren Partikelgrößen übergegangen sind, um die kosmetische Eleganz zu verbessern: bessere Verteilbarkeit, weniger Kreidigkeit, mehr Transparenz auf dem Hautton.

Genau dieser Trieb hin zu kleineren Partikeln ist es, der diese beiden Inhaltsstoffe unter Nanomaterial-Prüfung stellt. Je feiner der Mahlgrad, desto wahrscheinlicher fällt das Material in eine Nano-Einstufung, und desto relevanter wird es, zu bestätigen, wie die Hotlist und andere regulatorische Wege genau diese Form behandeln, getrennt davon, wie sie die gröbere Version derselben Chemikalie behandeln würden.

Was das praktisch für einen Formulierer bedeutet

Ein paar praktische Erkenntnisse, wenn Sie einen dieser beiden Inhaltsstoffe verwenden, oder irgendein anderes Material, bei dem Nanoqualitäten kommerziell erhältlich sind:

  • Lassen Sie sich die Partikelgröße vom Lieferanten bestätigen. Ein Analysenzertifikat oder technisches Datenblatt sollte angeben, ob die Qualität, die Sie kaufen, Nano oder konventionell ist. Verlassen Sie sich nicht auf Marketingsprache wie "mikronisiert", das bedeutet nicht immer Nano.
  • Prüfen Sie die aktuelle Leitlinie für diese bestimmte Partikelgröße. Da dies ein Bereich ist, den Regulierungsbehörden aktiv überarbeiten, sobald sich die Wissenschaft weiterentwickelt, behandeln Sie jede allgemeine Aussage, einschließlich dieser hier, als Ausgangspunkt zur Überprüfung, nicht als endgültige Antwort. Bestätigen Sie das anhand von Health Canadas aktuell veröffentlichter Leitlinie für die konkrete Form, die Sie verwenden.
  • Halten Sie die beiden Formen in Ihrer Dokumentation sauber auseinander. Wenn Sie von einer konventionellen auf eine Nano-Qualität desselben nominellen Inhaltsstoffs reformulieren, ist das eine bedeutsame Änderung, die in Ihrer Meldung sorgfältig behandelt werden sollte, keine kosmetische Anpassung.

Über diese beiden Inhaltsstoffe hinaus

Titandioxid und Zinkoxid bekommen die meiste Aufmerksamkeit, weil sie verbreitet sind und weil der kosmetische Vorteil des Übergangs zu Nano so direkt mit Erscheinungsbild und Hautgefühl verknüpft ist. Aber dasselbe Prinzip, dass die Partikelgröße verändern kann, wie eine Substanz reguliert wird, gilt breiter für jedes Nanomaterial, das in einem Kosmetikprodukt eingesetzt wird. Arbeiten Sie mit einem neuartigen nanoskaligen Inhaltsstoff jeglicher Art, lohnt es sich, das als eigene Recherchefrage zu behandeln, statt anzunehmen, dass die übliche Leitlinie für Massenmaterial das schon abdeckt.

Wo das in eine Meldung passt

Wenn Sie ein Cosmetic Notification Form einreichen, vermittelt der von Ihnen deklarierte INCI-Name einer Prüferin oder einem Prüfer nicht automatisch die Partikelgröße, weshalb es genau deshalb wichtig ist, eine genaue interne Dokumentation zur Form jedes verwendeten Inhaltsstoffs zu führen. Betrifft Health Canadas Prüfung oder eine Rückfrage konkret die Nanoform, spart es viel Hin und Her, wenn die Partikelgrößendaten des Lieferanten griffbereit sind.

Die Inhaltsstoffprüfung von Cosmetic Comply markiert Substanzen mit bekannten Nanomaterial-Aspekten, sodass Sie wissen, die Partikelgrößendokumentation vor der Meldung noch einmal zu prüfen, statt erst zu entdecken, dass die Unterscheidung wichtig ist, nachdem zu Ihrer Meldung eine Rückfrage kommt. Formulieren Sie mit UV-Filtern oder irgendeinem anderen Inhaltsstoff, der sowohl in konventioneller als auch in Nano-Qualität erhältlich ist, ist genau das die Art von Detail, die es sich lohnt, früh festzunageln, nicht erst, nachdem Ihr Produkt schon etikettiert und verpackt ist.

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