Kennzeichnung & Werbeaussagen

Hypoallergen hat keine gesetzliche Definition, was nun

Hypoallergen ist in der Kosmetik kein regulierter Begriff. Bevor du ihn druckst, hier ist, was du tatsächlich brauchst, um die Aussage zu belegen.

The Compliance Desk3 Min. Lesezeit

Jemand bittet dich, "hypoallergen" auf das Etikett seiner individuellen Lotion zu setzen, und dein erster Impuls ist vielleicht, zu prüfen, welchen Schwellenwert du erreichen musst. Es gibt keinen. Das Wort hat keine feste gesetzliche Definition, die genau vorgibt, was ein Produkt tun oder enthalten muss, um es zu verdienen. Das macht es nicht zu einem Wort, das du gedankenlos drucken kannst, es macht es zu einer Aussage, die du nach eigenen Maßstäben verteidigen können musst.

Was das Wort auch ohne Definition impliziert

Auch ohne regulatorischen Schwellenwert trägt "hypoallergen" für Käuferinnen und Käufer eine klare Bedeutung: Dieses Produkt löst wahrscheinlich seltener eine allergische Reaktion aus als ein typisches vergleichbares Produkt. Dieses implizierte Versprechen ist es, wofür du geradestehen musst, wenn dich jemand danach fragt, eine Regulierungsbehörde, ein Wettbewerber oder der Anwalt einer Kundin. Das Fehlen einer gesetzlichen Definition hebt nicht die Erwartung auf, dass die Aussage wahr und belegt ist, es bedeutet nur, dass es keine einzige Checkliste gibt, der du folgen kannst.

Was die Aussage tatsächlich stützt

Da es keine feste Formel gibt, geht es bei der Belegung darum, eine plausible, dokumentierte Grundlage aufzubauen:

  • Häufige Allergene minimieren oder ausschließen. Duftstoffallergene wie Limonene, Linalool, Citronellol, Geraniol, Eugenol und Coumarin sind häufige Auslöser, und viele davon kommen natürlich in ätherischen Ölen vor. Eine Formel, die davon tatsächlich weniger enthält, oder ganz duftstofffrei ist, hat eine besser vertretbare Grundlage für die Aussage als eine, die voller Mischungen ätherischer Öle steckt.
  • Die Formel testen, nicht nur das Konzept. Ein Patch-Test oder eine dermatologisch geprüfte Formel gibt dir etwas Konkretes zum Verweisen, statt einer Marketingannahme.
  • Formelunterlagen aktuell halten. Reformulierst du und tauschst einen neuen Duftstoff oder einen botanischen Extrakt ein, muss deine Belegung überprüft werden, denn die Aussage war an die alte Formel gebunden, nicht an den Markennamen.
  • Vermeide es, unbeweisbare Aussagen darauf zu stapeln. "Hypoallergen" neben "100 Prozent allergiesicher" ist ein Problem, denn die zweite Aussage übertreibt, was eine Formel ehrlich versprechen kann. Kein Produkt kann null allergische Reaktionen bei jeder möglichen Person garantieren.

Eine Aussage, keine Kategorie

Es hilft, sich "hypoallergen" neben andere weiche, marketingnahe Aussagen vorzustellen statt als eigene regulierte Kategorie, ähnlich wie "natürlich" ebenfalls keine feste Definition trägt. Beide Begriffe beschreiben eher die Wahrnehmung der Verbraucher als ein abgehaktes regulatorisches Kästchen, und beide verlangen von dir eine eigene, plausible und ehrliche Grundlage für ihre Verwendung.

Wie das mit der Allergenkennzeichnung zusammenspielt

Eine Hypoallergen-Aussage befreit dich nicht von den Anforderungen zur Allergenoffenlegung. In Kanada müssen Duftstoffallergene oberhalb festgelegter Schwellenwerte, 0,001 Prozent in Leave-on- und 0,01 Prozent in Rinse-off-Produkten, weiterhin auf dem Cosmetic Notification Form und dem Etikett offengelegt werden, unabhängig davon, welche Werbeaussage sonst irgendwo auf der Verpackung steht. Im Gegenteil, eine Hypoallergen-Aussage neben einer vollständigen Allergenoffenlegungsliste kann für eine aufmerksame Kundin widersprüchlich wirken, daher lohnt es sich, zu überlegen, wie die Aussage und die Offenlegung gemeinsam auf demselben Etikett bestehen.

Ein kurzer Selbstcheck vor dem Druck des Wortes

Frage Wenn Ja Wenn Nein
Habe ich häufige Allergene in dieser Formel minimiert oder dokumentiert? Plausible Grundlage vorhanden Aussage überdenken
Habe ich Tests oder eine dermatologische Prüfung dokumentiert? Stärkere Belegung Vor der Aussage welche einholen
Lege ich vorhandene Allergene gemäß den erforderlichen Schwellenwerten auch offen? Konsistente Kennzeichnung Zuerst die Unstimmigkeit beheben
Kombiniere ich das mit einer absoluten Aussage wie "allergiesicher"? Absolute Aussage entfernen So in Ordnung

Das Fazit für dein Etikett

Du kannst "hypoallergen" verwenden, es ist nicht verboten, aber behandle es als Aussage, für die du persönlich bürgst, nicht als geliehenes Zertifikat. Halte deine Begründung dokumentiert, binde sie an deine tatsächliche aktuelle Formel und lass sie nicht auseinanderdriften von dem, was wirklich in der Flasche ist.

Da sich Standards und Durchsetzungserwartungen für Werbeaussagen unterscheiden und weiterentwickeln können, lohnen sich die zehn Minuten, die aktuellen Leitlinien deines konkreten Marktes zu prüfen, bevor du den Etikettentext finalisierst. Ordnest du bereits die Inhaltsstoffe deiner Formel für eine Meldung zu, bringt das Inhaltsstoffscreening von Cosmetic Comply die Duftstoff- und Allergendetails natürlich zutage, die eine Hypoallergen-Aussage stützen, oder untergraben.

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