Star-Aktivstoffe benennen: Niacinamide, Retinol und ihr INCI
Marketingnamen für Hero-Aktivstoffe stimmen meist mit ihren INCI-Namen überein, aber nicht immer exakt. Hier erfahren Sie, wo beide unbemerkt auseinandergehen können.
Niacinamide ist einer der seltenen Hero-Inhaltsstoffe, bei denen der Marketingname und der INCI-Name dasselbe Wort sind. Das ist praktisch, aber auch ein wenig irreführend, denn es gewöhnt Menschen daran anzunehmen, jeder Star-Aktivstoff funktioniere so. Viele tun das nicht, und genau in der Lücke zwischen dem, wie ein Inhaltsstoff auf dem Frontetikett einer Flasche genannt wird, und dem, was tatsächlich in der Zutatendeklaration stehen muss, gehen Meldungen schief.
Die einfachen Fälle
Niacinamide ist in der INCI-Deklaration tatsächlich Niacinamide. Gleiche Schreibweise, gleiches Wort, keine Übersetzung nötig. Genau deshalb ist das einer der einfacheren Aktivstoffe, die sich korrekt melden lassen, und das trägt mit dazu bei, dass er zu einem so beliebten Hero-Inhaltsstoff in Seren und Feuchtigkeitscremes geworden ist. Es bleibt kaum Raum für eine Kennzeichnungsdiskrepanz, wenn der Marketingname bereits der regulatorische Name ist.
Wo Namen unbemerkt auseinandergehen
Retinol ist ein gutes Beispiel für einen Namen, der größtenteils konsistent ist, darunter aber echte Komplexität verbirgt. Retinol als INCI-Name bezeichnet konkret die Alkoholform von Vitamin A. Die unter der Vitamin-A-Marke vermarktete Retinoid-Familie umfasst jedoch mehrere unterschiedliche Moleküle mit eigenen, separaten INCI-Namen: Retinyl Palmitate ist eine Esterform, Retinaldehyde (manchmal als Retinal vermarktet) ist eine weitere eigenständige Form, und jede ist eine chemisch andere Substanz mit einem anderen INCI-Namen und in der Regel einer anderen CAS-Nummer, auch wenn Werbetexte Retinol manchmal locker für die gesamte Familie verwenden.
Das ist wichtig, denn ein Produkt, das auf der Vorderseite der Verpackung mit Retinol beworben wird, muss die tatsächlich in der Formulierung enthaltene spezifische Form mit deren eigenem korrekten INCI-Namen deklarieren, nicht mit einem allgemeinen Sammelbegriff.
Eine Referenztabelle für gängige Hero-Aktivstoffe
| Marketingname | INCI-Name | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Niacinamide | Niacinamide | Marketingname und INCI-Name stimmen direkt überein |
| Retinol | Retinol | Bezeichnet konkret die Alkoholform von Vitamin A |
| Retinyl Palmitate | Retinyl Palmitate | Eine eigenständige Esterform, in einer Meldung nicht mit Retinol austauschbar |
| Vitamin C (wie üblicherweise beworben) | Ascorbic Acid oder ein Derivat wie Sodium Ascorbyl Phosphate | Vitamin C ist ein Marketing-Sammelbegriff für mehrere eigenständige INCI-Inhaltsstoffe |
| Hyaluronic Acid | Sodium Hyaluronate (am häufigsten verwendete Form) | In Formulierungen wird typischerweise die Salzform mit eigenem INCI-Namen verwendet |
Diese Tabelle ist beispielhaft, nicht erschöpfend. Das Muster, das auffällt: Manche Marketingnamen entsprechen genau einem INCI-Namen, während andere, besonders Vitamin C, als Sammelbegriff für mehrere tatsächlich unterschiedliche Inhaltsstoffe dienen, zwischen denen ein Formulierer wählen kann, jeder mit eigener INCI-Identität.
Warum die Sammelbegriffe die meisten Probleme verursachen
Vitamin C ist wahrscheinlich die häufigste Verwechslungsquelle, weil so viele unterschiedliche Derivate unter dieser einen verbraucherfreundlichen Formulierung vermarktet werden. Ascorbic Acid selbst ist ein einzelnes, konkretes Molekül. Sodium Ascorbyl Phosphate ist ein anderes, stabileres Derivat, das häufig verwendet wird, weil es sich in der Formulierung besser hält. Beide werden auf der Verpackung Vitamin C genannt, sind aber nicht derselbe Inhaltsstoff, teilen sich keine CAS-Nummer, und eine Meldung muss den tatsächlich vorhandenen Stoff angeben, nicht den Sammelbegriff.
Dasselbe Muster zeigt sich bei Vitamin E, das üblicherweise Tocopherol bezeichnet, manchmal aber Tocopheryl Acetate, eine verwandte, aber eigenständige Esterform.
Ein praktischer Ansatz für Formulierer
- Bei der Wahl eines Hero-Aktivstoffs für eine Formulierung dessen exakten INCI-Namen im Moment der Formulierung notieren, nicht nur den geplanten Marketingnamen für das Frontetikett.
- Gehört der Aktivstoff zu einer Familie mit einem Marketing-Sammelbegriff, wie Vitamin C oder Vitamin E, beim Lieferanten genau bestätigen, welches spezifische Derivat gekauft wird, und dessen konkreten INCI-Namen verwenden.
- Nie annehmen, dass zwei Produkte unterschiedlicher Lieferanten, die mit demselben Schlagwort beworben werden, denselben Inhaltsstoff enthalten. Bei jedem neuen bezogenen Aktivstoff nach dem INCI-Namen fragen, auch wenn schon einmal ein ähnlich benannter Aktivstoff verwendet wurde.
- Werbetext und Zutatendeklaration logisch konsistent halten. Steht auf dem Frontetikett mit Retinol, die Formulierung verwendet tatsächlich aber Retinyl Palmitate, sollte diese Diskrepanz vor dem Launch geklärt werden, nicht erst, wenn ein Kunde oder eine Prüfstelle danach fragt.
Wo das bei der Meldung ansetzt
Den INCI-Namen eines Hero-Aktivstoffs richtig zu haben ist genauso wichtig wie bei einem untergeordneten Hilfsstoff, denn Konzentrationsgrenzen, Einschränkungen und Prüfungen basieren alle auf der tatsächlichen INCI-Identität, nicht auf der Marketinggeschichte drumherum. Der Ingredient-Abgleich von Cosmetic Comply ordnet jeden aufgeführten Aktivstoff, einschließlich gängiger Marketingnamen, im Rahmen der Verarbeitung der Zutatenliste seinem korrekten INCI-Namen und seiner CAS-Nummer zu, was besonders bei Sammelbegriffen wie Vitamin C nützlich ist, wo mehr als eine legitime Antwort existiert.
Schicken Sie uns Ihre Inhaltsstoffe, den Rest übernehmen wir
Ein kurzes Aufnahmeformular genügt, um loszulegen. Jeder Inhaltsstoff wird gegen die Verbots- und Beschränkungslisten Ihres Marktes geprüft, anschließend reichen wir Ihre Meldung ein und Sie erhalten eine Nummer, mit der Sie den Status verfolgen können.
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