Duftöl versus ätherisches Öl auf Ihrer Zutatenliste
Eine synthetische Duftmischung und ein reines ätherisches Öl werden auf einem CNF völlig unterschiedlich deklariert. So wird jedes von beiden tatsächlich benannt.
Eine Herstellerin schrieb uns und fragte, warum das Lavendel-Duftöl ihres Lieferanten eine völlig andere Zutatendeklaration brauchte als das Lavendel-ätherische-Öl, das sie in derselben Produktlinie verwendete. Berechtigte Frage, und sie bringt viele Leute ins Straucheln, weil beide nach Lavendel riechen und beide auf der Rechnung des Lieferanten als 'Lavendelöl' auftauchen. Chemisch gesehen sind sie jedoch alles andere als dasselbe.
Ätherisches Öl: eine Pflanze, ein INCI, meist eine CAS-Nummer
Ein echtes ätherisches Öl wird direkt aus einer Pflanze gewonnen, typischerweise durch Wasserdampfdestillation, und wird auf Ihrer Zutatenliste als ein einziger INCI-Eintrag deklariert, der an die botanische Quelle gebunden ist. Lavendel-ätherisches-Öl ist Lavandula Angustifolia Oil. Teebaum ist Melaleuca Alternifolia Leaf Oil. Pfefferminze ist Mentha Piperita Oil.
Jedes davon hat seine eigene CAS-Nummer, in manchen Fällen sogar mehr als eine, abhängig von der Extraktionsmethode oder dem Chemotyp, da CAS-Nummern spezifische chemische Registrierungen erfassen und keine Pflanzennamen. Was Sie deklarieren, ist das gesamte Öl, wie es aus dem Destillierkolben kommt, eine komplexe natürliche Mischung, die dennoch eine einzige Zeile auf Ihrer Zutatenliste erhält.
Der regulatorische Haken: Dieses eine Öl ist chemisch nicht einfach. Lavendelöl enthält von Natur aus Linalool, Linalylacetat und kleinere Mengen anderer Bestandteile. Manche dieser Bestandteile sind selbst Duftallergene, sodass Sie trotz der Deklaration von 'Lavandula Angustifolia Oil' als ein INCI möglicherweise trotzdem eine Allergendeklaration für das schulden, was darin steckt, sobald es die Offenlegungsschwelle überschreitet.
Duftöl: eine Mischung, die sich hinter einem Wort versteckt
Ein synthetisches oder komponiertes Duftöl ist ein ganz anderes Tier. Es ist eine Mischung, oft aus Dutzenden einzelner Duftchemikalien, die von einem Duftstoffhersteller zusammengesetzt wird, um wie Lavendel, Vanille oder 'Meeresbrise' zu riechen, ohne notwendigerweise viel oder überhaupt echtes Pflanzenmaterial zu enthalten.
Auf einer Zutatenliste wird dies typischerweise als Parfum (oder Fragrance) deklariert, ein einziger Sammelbegriff im INCI-System, der es dem Duftstoffhersteller erlaubt, seine Rezeptur als Geschäftsgeheimnis zu schützen. Der Handelsname, 'Lavender Dreams Fragrance Oil #4471', taucht in Ihrer Meldung nie auf. Er wird auf Parfum abgebildet.
Aber der Sammelbegriff befreit nicht von den einzelnen Allergenen, die sich darin verstecken. Wenn die Mischung des Duftstoffherstellers Linalool, Limonene, Coumarin oder eines der anderen deklarationspflichtigen Allergene oberhalb der Offenlegungsschwelle enthält, müssen diese herausgezogen und einzeln neben dem Parfum-Eintrag aufgeführt werden, nicht darin verborgen bleiben.
Nebeneinander
| Quelle | Typische INCI-Deklaration | CAS-Situation | Allergen-Exposition |
|---|---|---|---|
| Ätherisches Öl (z.B. Lavendel) | Benanntes botanisches Öl (Lavandula Angustifolia Oil) | Meist eine CAS-Nummer, manchmal mehr als eine | Allergene sind natürlich vorhanden, brauchen oberhalb der Schwelle trotzdem einzelne Offenlegung |
| Duftöl / synthetische Mischung | Parfum / Fragrance | Nicht anwendbar auf die Mischung als Ganzes; einzelne Duftchemikalien darin haben ihre eigenen CAS-Nummern | Allergene sind komponierte Zutaten, der Lieferant muss offenlegen, welche vorhanden sind und in welcher Höhe |
| Duftöl mit natürlichen Isolaten | Parfum, manchmal mit separat deklarierten natürlichen Bestandteilen | Abhängig von der Rezeptur | Gleiche Offenlegungspflicht |
Wo Leute das falsch machen
Der häufigste Fehler, den ich sehe, ist, dass jemand ein 'Duftöl' eines Lieferanten mit einem botanischen INCI-Namen deklariert, nur weil der Produktname 'Rose' oder 'Lavendel' sagt. Wenn die Unterlagen des Lieferanten es als Duftöl, Parfumverbindung oder Aromamischung bezeichnen, brauchen Sie dessen Allergenaufschlüsselung, um korrekt zu melden. Sie können den Allergengehalt nicht allein vom Duftnamen erraten. Fragen Sie Ihren Lieferanten entweder nach einer vollständigen Zutatenoffenlegung oder mindestens nach einer Allergenerklärung, die auflistet, welche der deklarationspflichtigen Allergene vorhanden sind und ab welchem Prozentsatz.
Der umgekehrte Fehler passiert ebenfalls: ein echtes ätherisches Öl so zu behandeln, als bräuchte es überhaupt keine weitere Aufschlüsselung, nur weil es 'natürlich' ist. Natürlich bedeutet nicht allergenfrei. Linalool, Geraniol, Citronellol, Eugenol und Limonene kommen von Natur aus in Dutzenden gängiger ätherischer Öle vor, und Kanadas Offenlegungsregeln für Duftallergene gelten unabhängig davon, ob das Allergen aus einem Labor oder einem Lavendelfeld stammt.
Die praktische Lösung
Besorgen Sie sich Lieferantenunterlagen für jede Duftzutat, bevor Sie melden, nicht danach. Bei ätherischen Ölen bedeutet das ein Analysenzertifikat oder ein Datenblatt, das die botanische Quelle bestätigt und idealerweise eine Aufschlüsselung der Hauptbestandteile liefert. Bei Duftölen bedeutet das eine Allergen-Offenlegungserklärung des Duftstoffherstellers, da Sie als Markeninhaber derjenige sind, der für den Inhalt des CNF und des Etiketts verantwortlich ist, nicht der Lieferant.
Das ist einer der kniffligeren Teile beim manuellen Zusammenstellen einer Meldung: ein Regal voller handelsnamiger Öle wieder dem richtigen INCI zuzuordnen und jedes Allergen herauszuziehen, das eine eigene Zeile braucht. Cosmetic Comply übernimmt genau diesen Abgleich, Öl für Öl, und markiert alles, was eine Rückfrage beim Lieferanten braucht, bevor die Meldung hinausgeht.
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Ein kurzes Aufnahmeformular genügt, um loszulegen. Jeder Inhaltsstoff wird gegen die Verbots- und Beschränkungslisten Ihres Marktes geprüft, anschließend reichen wir Ihre Meldung ein und Sie erhalten eine Nummer, mit der Sie den Status verfolgen können.
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